Grundlegende Behandlungsverfahren - Praxis für Ergotherapie Stefanie Bertsch

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Grundlegende Behandlungsverfahren

Alltagsorientiertes Training
Da das Ziel der Ergotherapie eine möglichst große Selbständigkeit der Patienten ist, stellt der Bereich der Aktivitäten des alltäglichen Lebens einen wichtigen Bereich der ergotherapeutischen Behandlung dar. Hierbei wird der Patient angeleitet und unterstützt alltägliche Dinge wie z.B. An- und Auskleiden, Einkaufen, Kochen, Bügeln, … wieder möglichst selbständig ausführen zu können. Falls nötig wird versucht die bestehenden Defizite mit Hilfsmitteln zu kompensieren. So lernt der Patient wieder mehr Aufgaben ohne fremde Hilfe durchführen zu können, was gleichzeitig positive Auswirkungen auf den Selbstwert sowie die Lebensqualität des Patienten hat. Die Defizite im Bereich des alltäglichen Lebens können beispielsweise durch:
  • motorisch-funktionelle Störung z.B. Rheuma, traumatische Schädigungen
  • neurologische Störung z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, ALS
  • psychische Erkrankung z.B. Depression
  • kognitive Einschränkung z.B. bei Demenz, Schädelhirntraumata
verursacht sein.


Elemente von Arbeitsprozessen
Dies beinhaltet die verschiedenen Bereiche der Fähigkeiten die für den Arbeitsprozess relevant sind und neu erlernt werden müssen, beispielsweise bei der Wiedereingliederung in den Beruf nach psychischer Erkrankung.
Die zu nennenden Bereiche sind:
  • Bereich des Selbstbildnisses äußeres Erscheinungsbild, eigenes Rollenbild, reale Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Selbstwahrnehmung, Selbständigkeit,  Verantwortung
  • Emotionale Fähigkeiten Eigeninitiative, Gefühlsausdruck, Antrieb, Erlebnisfähigkeit, Ich- Stärke, Interesse/Motivation, Nähe- Distanz
  • Elementare Fähigkeiten Arbeitstempo, Qualität/Sorgfalt, Ausdauer, Belastbarkeit, Konzentration, Lernfähigkeit, Pünktlichkeit, Arbeitsplanung
  • Spezielle Fähigkeiten berufsspezifische, handwerklich- technisches Verständnis, Kreativität, Kulturtechniken, logisch- analytisches Denken, lebenspraktische Fähigkeiten
  • Soziale Kompetenzen Anpassung, Durchsetzung, Entscheidungsfähigkeit, Kontakt zu Anderen, Kritikfähigkeit, Toleranz und Teamarbeit

Handwerk in der Ergotherapie
Die Ergotherapie ist keine passive Therapie, sondern verfolgt den Sinn und Zweck dem Patienten einen für ihn möglichen Grad an Mitarbeit abzuverlangen. Die ursprünglichen ergotherapeutischen Mittel sind Handwerkstechniken. Dabei werden gezielt und differenziert Handwerkstechniken ausgesucht und eingesetzt, die das Erreichen der Ziele eines Patienten unterstützen. Bei diesen Handwerkstechniken können Adaptationen vorgenommen oder auch Hilfsmittel eingesetzt werden, die beispielsweise die erwünschten Bewegungsabläufe ermöglichen oder vereinfachen, aber auch unerwünschte Bewegungen verhindern. Neben diesen rein funktionellen Aufgaben haben Handwerkstechniken einen starken Aufforderungscharakter. Auch geht die durch häufige Bewegungswiederholungen entstehende Monotonie einer Übung verloren und Bewegungsabläufe werden automatisiert. Es werden des weiteren Erfolgserlebnisse vermittelt, und so auch die Motivation des Patienten gesteigert. Neben den bereits erwähnten Punkten kann die Anwendung von Handwerkstechniken die Konzentration und das Selbstwertgefühl eines Patienten steigern, die Ausdauer und die Wahrnehmung (taktil, kinästhetisch und visuell) schulen und die emotionalen Persönlichkeitsanteile positiv bereichern.
In unserer Praxis werden folgende Handwerkstechniken in die ergotherapeutische Behandlung mit einbezogen:
  • Holzarbeiten und Peddigrohr
  • Töpfern
  • Arbeiten am Speckstein
  • Seidenmalerei und Stoffmalerei/Stoffdruck
  • Arbeiten mit Pappe und Papier
  • Trockenfilzen
  • Glasmosaiktechnik
  • Malerei
  • Arbeiten mit Pappmachée
  • Verschiedene jahreszeitabhängige Handwerkstechnik
 
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