Klassische Behandlungsverfahren - Praxis für Ergotherapie Stefanie Bertsch

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Klassische Behandlungsverfahren

Pädiatrie - Kinderheilkunde


Grobmotorische Entwicklungsstörungen
Behandlung nach SI (Sensorische Integration). Sie fördert die globale Körpermotorik, sowie alle Basissinne (taktile Wahrnehmung, propriozeptive Wahrnehmung, vestibuläre Wahrnehmung und Körperwahrnehmung).  Unter anderem werden auch Handlungsplanung und lebenspraktische Fertigkeiten beübt.
Behandlung nach CO-OP. "CO-OP steht für Cognitive Orientation to daily Occupational Performance - Kognitive Orientierung bei der Betätigungsausführung". Der CO-OP Ansatz wurde in den 1990iger Jahren ursprünglich für Kinder mit umschriebenen Entwicklungsstörungen Motorischer Funktionen (UEMF) entwickelt.

Graphomotorische Entwicklung
- Marburger graphomotorische Übungen:
Übungen zur Verbesserung der Graphomotorik, geeignet für Kindergarten, Vorschule und die ersten Schulklassen.
Einsetzbar bei Kindern mit feinmotorischen Problemen, sowie in der Behindertenpädagogik.
- Stift im Griff:
Übungsblätter zur Schulung der Graphomotorik für Vorschul- und Schulkinder.
Beinhaltet einen Beobachtungsbogen zur Bestimmung des graphomotorischen Handlungsniveaus, dem „Kieler graphmotorischer Bogen“.
- Geschickte Hände:
Zeichenprogramm zur Verbesserung der Graphmotorik für Kinder von 5,0 bis 7,0 Jahren. Aufgeteilt in 2 Blöcke:
1. Block Schwungübungen und Grundformen der Schrift
2. Block Heranführung an sämtliche Grundformen der Schrift

Feinmotorische Entwicklung
Zur Förderung der Feinmotorik werden überwiegend handwerklich und gestalterisch-künstlerische Tätigkeiten eingesetzt (z.B. Arbeiten mit Holz, Ton, Speckstein, Peddigrohr, Basteln mit Papier, Moosgummi etc.). Zusätzlich werden gezielt Therapie- und Förderspielen zur Feinmotorik eingesetzt.
Im Bereich des handwerklichen Arbeitens wird neben den feinmotorischen Fähigkeiten auch die Handlungsplanung, strukturiertes Vorgehen, Konzentration und Selbständig-keit trainiert. Wichtiger Bestandteil ist der Alltagsbezug des Patienten und die Umfeldberatung-/anpassung auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen. Dies kann dann auch die Schulung im Umgang mit den Kulturtechniken betreffen.

Aufmerksamkeits-/und Konzentrations-störungen
- MKT (Marburger Konzentrationstraining für Vorschul-
und Kindergartenkinder bzw.  Schulkinder)
- Lauth und Schlottke (Basis- und Aufbau)

Lese- und Rechtschreibstörungen (LRS)
Bei einer Lese-Recht-Schreibstörung handelt es sich, um eine umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten und betrifft v.a. die komplexen Leistungen des Lesens und Schreibens.
Es gibt daher meist viele Begleitstörungen z.B. der Sprache, Motorik, der Visuomotorik oder der Konznetration. Wir können in der ergotherapeutischen Behandlung v.a. die zusätzlichen Störungen, wie die graphomotorischen, perzeptiven oder neuropsychologischen Defizite behandeln.
- Lesen und Rechtschreiben lernen nach dem
IntraActPlus-Konzept von Jansen-Streit- Fuchs
- Marburger Rechtschreibtraining

Visuelle Entwicklungsstörungen
Im Vordergrund steht hier v.a. das Training der Einzelleistungen der visuellen Wahrnehmung, in Anlehnung an das "Frostig-Konzept". Dies sind:Figur-Grund-Wahrnehmung,Wahrnehmungskonstanz,
visuomotorische Koordination, Raum-Lage-Wahrnehmung,
Wahrnehmung räumlicher Beziehungen. Gefördert werden diese Einzelleistungen dann durch ein individuell angepasstes visuelles Training mit ausgewählten Therapiematerialien: z.B. "visuelles Wahrnehmungstraing", "Anyel", "Nikitin", Baufix Material, LÜK und MiniLÜk bzw. auch unter Verwendung von computergestützten Programmen wie FreshMinder, etc. Zugleich wird auch die Handlungsplanung, Konzentration, Feinmotorik und das strukturierte Vorgehen an Aufgaben verbessert.

Auditive Verarbeitungs- und Entwicklungsstörungen (AVWS)
- Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungs-
leistungen bei Vorschulkindern (Nickisch,Heber,Burger-Gantner)
- Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsleist-
ungen bei Schulkindern(Nickisch,Heber,Burger-Gantner)
- Audiolog Hörtrainingsprogramm per PC zur Förderung  der auditiven Wahrnehmung und der zentralen  Sprachverarbeitung. Empfohlen ab 4 Jahren, auch für  Erwachsene. Anwendungsgebiete:
    • Zentrale und periphere Hörwahrnehmungsschwäche
    • Sprachstörung und Sprachentwicklungsverzögerung
    • bei mentalem Entwicklungsrückstand
    • Lese- Rechtschreibschwäche
    • Schädel-Hirntrauma

Behandlung bei AD(H)S
Befunderhebung ausführliche Anamnese. Durchführung von speziellen Screenings und
Tests: u. a. Tea-Ch, TPK, D2,VWU. Abklärung von Komorbitäten wie Teilleistungsstörungen (z.B. AVWS, LRS, Dyskalkulie,etc.)
Therapieinhalte Grundsätzlich greift hier ein multimodaler Ansatz, d.h. alle Faktoren im Umfeld des Kindes werden berücksichtigt und in die Behandlung miteinbezogen. Je nach Schwerpunkt: v. a. auf Ebene der Verhaltens-modulation und Selbstregulierung z.B. Basistraining/
Strategietraing von Lauth/Schlottke und Marburger Konzentrationstrainings (MKT) für Kindergarten- und Vorschulkinder bzw. Schulkinder. Umfeldoptimierung durch therapie-begleitendens Elterntraining z.B. THOP, TripleP-Konzept, Entspannungstraining v. a. auch zum Transfer in den Alltag, um Spannungen in Zusammenhang mit der Gesamtsymptomatik abzubauen, Verbesserung der Teilleistungen in der Graphomotorik, visuellen/auditiven Wahrnehmung z.B. mit Marburger graphomotorische Übungen, "Stift im Griff", "Geschickte Hände",Elterntraining nach Triple P), Lauth und Schlottke.

Lauth und Schlottke
Lauth und Schlottke Training für aufmerksamkeitsgestörte Kinder.  Für Kinder ab 5,11 – 6,0 Jahren nicht nur geeignet für AD(H)S, sondern auch zum Erlernen der elementaren Grundlagen des Lernens (genau hinschauen, genau hinhören, …). Einzel oder in der Gruppe (max. 3 Kinder). Trainingsbestandteile: zuvor Befundung und Diagnostik aufgrund der dann folgenden Therapieschwerpunkte und Therapiebausteine!
Basistraining und begleitendes Elterntraining (Basisfertigkeiten, die Reaktionskontrolle/-verzögerung, die verbale Handlungsregulation, der Umgang mit Ablenkung).
Strategietraing (trainiert die Bearbeitung von Zuordnungsaufgaben, Reihungen bilden und logische Zusammenhänge erkennen, die Organisationsprinzipien, die Übertragung auf Schulinhalte). Strategietraining ist ab der 3. Klasse aufwärts sinnvoll, für Kinder die keine Probleme mehr in den Grundfertigkeiten haben, es trainiert die Bearbeitung von Zuordnungsaufgaben, Reihungen bilden und logische Zusammenhänge erkennen, Oganisationsprinzipien und die Übertragung auf Schulinhalte. Ziel des Trainings:
    • eigenständiges Steuern von Handlungen
    • bedachtes und planvolles Herangehen an Aufgaben und Probleme
    • selbstständiges organisieren von eigenen Handlungsvollzügen
    • selbstreflexives Vorgehen bei Handlungen

Marburger Konzentrationstraining für Vorschul- und Kindergartenkinder bzw. Schulkinder
im Einzel oder in der Gruppe möglich. Trainingsbestandteile:
    • Verbesserung des instabilen Leistungsverhaltens
    • Stärkung des Selbstvertrauens
    • Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion

THOP
Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten. Richtet sich v. a. an die Eltern! Für Kinder 3,0 - 12 Jahren (bei älteren Kindern möglich, dann eher patientenzentriert) mit Hyperkinetischer Störung oder Aufmerksamkeitsdefizit-syndrom/ hyperaktive Störung, Oppositionelle Verhaltensstörung, Kombination beider. Ziel des Programms: Verringerung der oppositionellen Symptomatik durch Veränderung der Eltern – Kind- Interaktion.
Inhalt:
    • Ausführlicher Diagnostikteil (3-5 Sitzungen, nur Eltern)
    • Regelmäßige Verlaufskontrollen (jeweils wöchentlich in den Einheiten sowie längerfristig alle 3-4 Monate)
    • Erarbeiten einer gemeinsamen Problemdefinition sowie Störungskonzeptes
    • Besprechung und Einüben von Interventionen, die oppositionelles und impulsives Verhalten verändern
    • Falls erforderlich: Erlernen von Token- Systemen bzw. Umgang mit Verstärkern
    • Spezifische Interventionen bei speziellen Verhaltensproblemen
    • Stabilisierung der Effekte
Das Programm besteht aus verschiedenen Arbeitsblocks, die individuell je nach Problemschwerpunkt bearbeitet werden. Zusätzlich können je nach Bedarf und Indikation kindzentrierte Interventionen in das Programm eingefügt und parallel durchgeführt werden (hier wird z. B. mit speziell gestalteten kindgerechten Therapiegeschichten gearbeitet). In der Elternarbeit wird für jeden spezifisch gewählten Block ein Elternleitfaden zusammen durchgearbeitet, um die Umsetzung zuhause zu intensivieren. Für die Durchführung des Programms wird in der Regel 1 Jahr (ca. 40 Sitzungen) benötigt. Adäquat ist psychisch- funktionelle Behandlung mit Frequenz 1x/ Woche.

Dyskalkulie
Es handelt sich hierbei, um eine umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten (UEMF) mit einem komplexen Erscheinungsbild.
Die ergotherapeutische Behandlung kann hier die neuropsychologischen Stützfunktionen fördern:
    • Aufmerksamkeits-/Gedächtnisleistungen
    • visuell-räumliche Wahrnhemung sowie Konstruktions-/Abstraktionsfähigkeiten
    • auditive Wahrnehmung
  
Triple P
Positive Parenting Programm Positives Erziehungsprogramm. Triple P ist ein hauptsächlich zielgerichtetes präventives Programm zur Familienintervention für Eltern mit Kindern im Alter bis zwölf Jahren mit Neigung zur Entwicklung von Verhaltens- und emotionalen Problemen.
Ziele:Die Kompetenz der Eltern im Erziehungsverhalten und im Umgang mit dem Verhalten ihrer Kinder steigern und stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, werden:
die Kompetenz und die Bewältigungsstrategien der Eltern im Umgang mit Verhaltensproblemen und Entwicklungsfragen erhöht und ungünstige Erziehungspraktiken durch angemessene und effektive Strategien ersetzt,ungünstige Erziehungspraktiken durch angemessene und effektive Strategien ersetzt, die Kommunikationsfähigkeiten der Eltern und der Austausch über Erziehungsfragen verbessert, mit der Kindererziehung verbundene Stressfaktoren reduziert.
Erwachsene

Orthopädie-Neurologie-Traumatologie

Bobath
Das Ehepaar Bobath (B. Bobath Physiotherapeutin, Dr. K. Bobath Neurologe u. Psychiater) begann Mitte der 40er Jahre mit der Entwicklung des Bobaththerapie- Konzeptes. Dieses Konzept unterliegt einem ständigen Wandel und wurde immer wieder den neuesten neurophysiologischen Erkenntnissen angepasst.
Indikation: für Erwachsene und Kinder mit Bewegungsstörungen, die durch eine erworbene oder angeborene Hirnschädigung hervorgerufen wurden.
Ziele: Differenzierung funktioneller Fähigkeiten, Erweiterung der Handlungskompetenz und Erreichung größtmöglicher Selbständigkeit im Lebensumfeld.
Wirkungsweise:
Die Schulung der Kopf- und Rumpfkontrolle, Gleichgewichtsreaktionen, Gewichtsübertragung von einer auf die andere Körperseite und die Schulung der propriozeptiven Wahrnehmung stehen im Vordergrund der Behandlung. Die 3 grundlegenden Vorgehensweisen sind: Tonusnormalisierung, Hemmung pathologischer Bewegungsmuster (Inhibition) und Anbahnung von physiologischen Bewegungen (Fazilitation). Als Leitfaden dienen die „normalen“ Entwicklungsstufen des Säuglings und Kleinkindes und die physiologische Aktionsfolge der aufeinander abgestimmten Bewegungsabläufe.

Perfetti
Kognitiv-therapeutische Übungen nach Perfetti
Grundlage: Grundlage dieser Methode ist, dass der Mensch als eine funktionelle Einheit aus Bewegung, Wahrnehmung und kognitiver Leistung betrachtet wird. Für die Therapie bedeutet dies, dass neben den vorwiegend sensomotorischen Leistungen auch kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit, Raumwahrnehmung, Gedächtnis auch die Motivation des Patienten von außerordentlicher Wichtigkeit sind.
Anwendungsbereiche: Bei der Behandlung von Hemiplegikern (Zustand nach Apoplex).
Anforderungen an Patienten: Hierzu zählt ein Minimum an Aufmerksamkeit. Das Vorhandensein von kognitiven Störungen sowie einer Aphasie sind kein Ausschlusskriterium für die Anwendung dieser Therapie.
Therapieablauf:
Zunächst steht eine geführte Lernsituation im Vordergrund der Therapie. Wobei das Ziel der Behandlungsmethode das Wiedererlernen von anpassungsfähigen und wiedererlenbaren Bewegungen ist. Die kognitiv-therapeutischen Übungen sind in einem 3-Stufen-Modell aufgebaut. Bei Übungen 1. Grades muss sich der Patient zunächst nur auf beispielsweise Formen oder Positionen konzentrieren, die er wieder erkennen oder vergleichen soll. Wichtig hierbei ist, dass der Patient bei diesen Übungen die Augen geschlossen hat, damit er sich voll auf das Erkennen der Information konzentrieren kann. Eine aktive Bewegung durch den Patienten findet in diesem Stadium noch nicht statt. Bei Übungen 2. Grades wird der Patient die ihm zur Verfügung stehende Motorik nutzen, wobei er durch die Therapeutin unterstützt wird um Positionen zu erreichen oder Formen oder Oberflächen zu erkennen. Auch bei diesen Übungen hält der Patient seine Augen geschlossen. Im Verlauf soll die Therapeutin die Unterstützung schrittweise reduzieren. Bei Übungen 3.Grades werden die Bewegungsabläufe immer komplexer. Die Bewegungen werden größtenteils selbständig vom Patienten durchgeführt. Bei Übungen 3.Grades hat der Patient die Augen geöffnet. Studien haben eindrucksvoll bewiesen, dass Patienten, die konsequent nach diesen kognitiv-therapeutischen Übungen behandelt wurden, die typisch pathologischen Muster, die bei Hemiplegikern vorhanden sind in viel geringerem Ausmaß auftreten, da die Patienten gelernt haben ihren Muskeltonus zu kontrollieren und so der Situation anzupassen.

Affolter
(„St. Gallener Modell“/ „Geführte Interaktionstherapie“)
Ursprung: Entwickelt wurde das Konzept von Dr. F. Affolter. Affolter beschäftigte sich immer wieder mit der Frage warum wahrnehmungsgestörte Kinder und hirngeschädigte Erwachsene im Alltag immer wieder scheitern. Innerhalb ihrer Studien machte Frau Affolter die Beobachtung, dass wahrnehmungsgestörte Kinder in Alltagssituationen Misserfolge erleben, weil sie Spürinformationen nicht richtig verarbeiten können. Später begann Frau Affolter die Arbeit mit schwer hirngeschädigten Patienten, die wie wahrnehmungsgestörte Kinder auch Schwierigkeiten beim Suchen und Entnehmen von Spürinformationen aus der Umwelt haben. Seitdem wird das Therapiemodell nach Affolter interdisziplinär auch bei neurologischen Patienten angewendet. Das Konzept wird stetig weiterentwickelt.
Grundlage: Frau Affolter sieht das taktil-kinästhetische System als besonders wichtig für den Menschen, da es Berührung, Druck, Vibration, Wärme, Kälte und Schmerz aus der Haut, sowie Spannungen der Muskeln, Sehnen, Bänder und Stellungen der Gelenke aus dem Körper vermittelt und verarbeitet. Angewendet werden kann das Affolter-Konzept bei:
    • Babys und Kleinkinder mit Entwicklungsauffälligkeiten
    • Kindern mit Lern- und Schulschwierigkeiten
    • Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten
    • Autistischen Kindern und Erwachsenen
    • Kindern und Erwachsenen mit erworbener Hirnschädigung
    • Kindern und Erwachsenen mit anderen neurologischen Krankheitsbildern
    • Geriatrischen Patienten
    • Erwachsenen mit psychischen Krankheitsbildern
    • Erwachsenen mit einer Demezerkrankung
Therapieablauf:
Die Patienten werden bei Tätigkeiten, die für sie auf Grund ihrer Wahrnehmungsstörung nur mit Schwierigkeiten bewältigt werden können, durch den Therapeuten geführt. Beim Führen wird nicht gesprochen, damit sich der Patient voll und ganz auf seine taktil- kinästhetischen Erfahrungen konzentrieren kann.

Handtherapie
Therapieformen (u.a. mit manuellen Techniken und Cyriax):
    • Manuelle Therapie zur Muskellockerung und Wahrnehmungsförderung
    • passive Bewegungsanbahnung
    • aktive Bewegungs- und Greifübungen zur Vergrößerung des Bewegungsausmaßes und zur Wiedererlangung physiologischer Bewegungsmuster, Kraftaufbau
    • Sensibilitätsförderung mit dem Ziel der Verminderung der Hyper- bzw. Hypoaesthesie und dadurch Verbesserung der Handfunktion
    • Narbenbehandlung
    • Manuelle Schmerzreduktion (z. Bsp. Querfriktion, kinästhetisches Arbeiten- Veränderung des Schmerzempfindens/-gedächtnisses)
Indikation:
    • posttraumatisch (Muskel-, Sehnen-, Nerven- und Knochenverletzungen)
    • postoperativ (Muskel-, Sehnen-, Nerven- und Knochenverletzungen)
    • neurologische Ursache (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose)
    • rheumatische Ursache (Z.B. Rhizarthrose)

Prothesentraining
Indikation: Z.n. Amputation
Therapieziele:
    • Erlangen einer größtmöglichen Mobilität und Selbständigkeit
    • Schulung im sicheren Umgang mit der Prothese
    • Psychische Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung
Therapieinhalte:
    • Rollstuhltraining
    • Aufklärung über die Prothesentechnik
    • Stumpfabhärtung/ Stumpfwickeln
    • Narbenbehandlung
    • Hilfsmittelversorgung
    • Anziehtraining - sowie Erlernen des An- und Ausziehen der Prothese
    • Alltagsbezogenes Gehtraining (Rollator, Unterarmgehhilfen, Treppensteigen, Hindernisse, …)
    • Einüben der Transfers und dem Aufstehen/ Hinsetzen mit und ohne Prothese
    • Gleichgewichtsschulung
    • Wiedererlernen der Aktivitäten des täglichen Lebens
    • Einhändertraining bei Amputation der oberen Extremität
Setting:
Einzeltherapie sinnvoll als Hausbesuch (sensomotorisch- perzeptive oder motorisch-funktionelle Behandlung), zum Erlernen der ADL`s im häuslichen Umfeld.

Visuelles und auditives Training
Indikation:
    • visuelle Explorationsstörungen bei homonymen Gesichtsfeldausfällen und visuellem Neglect
    • Balint-Syndrom
    • Kombination hirnorganischer Störungen
Ziele:
    • Systematisierung der Suchstrategie, Reduktion von Auslassungen, Steigerung der Suchgeschwindigkeit
    • Erweiterung des sakkadischen Suchfeldes
    • Übertragung der trainierten Suchstrategien in den visuellen Alltag des Patienten
    • Bewusstmachung des Störungsbildes „Neglect“, Einbeziehung der Seite durch bewusste Wahrnehmung
Indikation:
Visuell-räumliche und räumlich-konstruktive Störungen (häufigste Störung bei Patienten mit rechtshemisphärischer Hirnschädigung)
Ziele:
    • Selbsthilfetraining im alltagsrelevanten Bereich
    • Zusätzliches Training visuell- räumlicher Wahrnehmungsleistungen und räumlich- konstruktiver Fertigkeiten
    • Training des Einsatzes räumlicher Fertigkeiten
    • Erarbeiten einer systematischen Vorgehensweise bei der Problemlösung im visuell- räumlichen Bereich
Alltagsrelevanz:
V .a. zu finden im Bereich der Selbsthilfe (Ankleiden, Waschen, Rollstuhl navigieren, Ablesen von Mengen, Plänen, Meßanzeigen, Zeitung lesen, Notiz suchen, Programm lesen, Schreiben, vertikale Rumpfaufrichtung).
Therapiematerial:
Tangram, EKN- Materialien (Entwicklungsgruppe klinischer Neuropsychiologie),Alltagsnahes Training (Rollstuhl fahren, Ankleiden, Mengen aufteilen, Paket packen, Wäsche zusammenlegen, Abstände einschätzen z.B. beim Einkaufen)
Arbeiten am PC und mittels Overhead-Projektor zur visuellen Exploration Handwerkliche Tätigkeiten (Ausmalen eines Seidentuchs, Malen mit Pinsel oder Stift in vorgegebenen Formen auf der gesamten Unterlage, räumlich- konstruktive Angebote aus Holz, Peddigrohr oder Mosaik, …)

Neuropathiebehandlung
Indikation: Diabetes Mellitus z.B. diabetisches Fußsyndrom, Neuropathie in den Füßen und Händen
Therapieinhalte:
    • Sensibilitätsschulung mit Hilfe eines Neuropathieprogramms (z.B. Bohnen-, Linsenbäder)
    • Sensomotorische Übungen z.B. Fußübungen
    • Gleichgewichtstraining
    • Beratung über angemessene Schuhe und Schulung im Umgang mit diabetischen Füßen
    • Beratung über Hilfsmittel z. B. bei bestehender Sehbehinderung
    • ADL- Training

Sensibilitätstraining
Indikation:
Dieses Training wird bei Störungen der Wahrnehmung von taktilen Reizen z.B. bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder auch der peripheren Nerven angewandt. Sensibilitätsstörungen beeinträchtigen das Temperaturempfinden (Wärme/ Kälte) und das Druck-, Tast- und Berührungsempfinden. Es können Missempfindungen wie Taubheitsgefühle, Pelzigkeit, Kribbeln, Schmerzen und Einschlafen der Hände entstehen.
Therapieform:
Die Ergotherapie stimuliert die Hautrezeptoren und behandelt so die Veränderung der Oberflächen- und Tiefensensibilität im Sinne einer Sensibilisierung oder Desensibilisierung. Mit verschiedenen Medien wird die Nervenfunktion beeinflusst und angeregt. Es beeinflusst aber auch vegetative Schmerzsyndrome positiv. Bei fortbestehenden Analgesien wird die Auge-Hand- Koordination durch praktische Übungen und Anwendung in der Alltagssituation trainiert.
Medienbeispiele:
Raps- oder Kiesbad, Bürsten, Pinsel, Igelbälle, Tastsäckchen, handwerkliche Techniken als Sensibilitätsübung oder auch zum Training des Raum- Lage- Empfindens, funktionelle Spiele, Wärme- und Kälteanwendungen.

Psychiatrie
  • Kompetenzzentrierte Methode
Umfasst einen ergebnisorientierten Ansatz, bei dem der Patient ausgewählte Techniken und Tätigkeiten ausführt um verloren gegangene oder nicht vorhandene Fähigkeiten zu üben oder zu erlernen.

  • Ausdruckszentrierte Methode
Beinhaltet einen prozessorientierten Ansatz, bei dem der Patient über kreativ-gestalterische Angebote zur Auseinandersetzung mit seinen Gefühlen, Wünschen und Erfahrungen angeregt wird. Diese Verfahren sund auch zur Krankheits- und Situationsbewältigung indiziert.
 
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